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Fische mit krebserregendem PCB verseucht - 15.10.2010

Der Kanton Freiburg macht sich grosse Sorgen um die Fische in der Saane und im Pérollessee. Sie weisen einen Gehalt an dioxinähnlichem PCB auf, der klar über dem Schweizer Grenzwert liegt.

 

Bei einigen Fischen überstieg die Konzentration an polychlorierten Biphenylen (PCB) gar den Höchstwert von früheren Messungen, wie der Kanton Freiburg am Freitag mitteilte. Die Messergebnisse rechtfertigten somit das Fischereiverbot für die entsprechenden Abschnitte. 

Die Experten untersuchten einerseits Alet- und Forellenexemplare, die zwischen Mai und Juli unterhalb der ehemaligen Kehrichtdeponie La Pila in der Saane gefischt worden waren. Zum ersten Mal wurden ausserdem Fischproben aus dem Pérollessee am Fusse der Stadt Freiburg entnommen.

 

Weitere Abklärungen im Gange


Der hohe PCB-Gehalt, den die Fische 2010 aufwiesen, sei besorgniserregend, heisst es in der Mitteilung weiter. Der Kanton klärt ab, ob in letzter Zeit bedeutende PCB-Mengen in die Umwelt gelangt sind.

Als Ursache für die hohe Konzentration an PCB in Fischen gilt die ehemalige Deponie La Pila in Hautrive unweit von Freiburg. In diesem Sektor schätzen Experten die PCB-Gesamtmenge auf 20 Tonnen. Derzeit sind Abklärungen im Gang, um sekundäre Verschmutzungsquellen ausschliessen zu können.
 Der Kanton Freiburg will 2011 die Sanierung der ehemaligen Deponie vorbereiten. Dadurch soll weniger PCB in die Gewässer gelangen.
PCB sind krebserregende Chlorverbindungen, die wegen ihrer isolierenden Eigenschaften und chemischen Stabilität früher in der Industrie breite Verwendung fanden. Seit 1986 sind sie in der Schweiz verboten.

 

QUELLE: BERNER ZEITUNG

 


 

Dramatische Szenen in Zeltlager - 13.7.2010

27 Teilnehmer eines Zeltlagers in Düdingen sind am Montagabend mit heftigen Magenverstimmungen ins Spital gebracht worden. Wahrscheinlicher Auslöser war ein verdorbener Kartoffelsalat.

 

Das Zeltlager der Cevi-Jungschar aus der Region Biel am Ufer des Schiffenensees hat ein unangenehmes Ende gefunden. 27 der 60 Teilnehmer mussten wegen plötzlichen Magenprobleme hospitalisiert werden.

 

Bis auf eine Person konnten alle das Spital am Dienstag wieder verlassen. Diese werde noch einige Stunden zur Überwachung im Spital bleiben müssen, teilte die Freiburger Kantonspolizei am Dienstagnachmittag mit. Kapo-Sprecher Hans Maradan ergänzte auf Anfrage, das Lager werde weitergeführt. Insgesamt ging die Sache also recht glimpflich aus.

 

Tags zuvor hatte sich die Lage aber dramatisch präsentiert: Nachdem die Lagerleitung die Polizei alarmiert hatte, traf diese auf sich am Boden windende Kinder und Jugendliche; etliche davon übergaben sich.

 

Plan Orange
Der Einsatzleiter entschied sich deshalb, den «Plan Orange» auszurufen, die zweithöchste Alarmstufe des Kantons Freiburg. Sie wird ausgerufen, wenn gleichzeitig zahlreiche Verletzte zu betreuen sind, wie die Freiburger Behörden am Dienstagvormittag an einer Medienkonferenz sagten.

In der Folge fuhren neun Ambulanzen aus dem ganzen Kanton ans Ufer des Schiffenensees beim Weiler Ottisberg, wo sich das Zeltlager befindet. Sie transportierten die Erkrankten in vier Spitäler.

 

Zudem wurde angesichts eines drohenden Gewitters beschlossen, das Lager der Cevi-Jungschar aus der Region Biel – die insgesamt gegen 60 Teilnehmer kommen aus Ipsach, Nidau und Port – abzubrechen. Die lokale Feuerwehr führte die nicht erkrankten Teilnehmer in eine Zivilschutzanlage in Düdingen.

 

Vier Ursachen untersucht
Für die Massenerkrankung der 18 Kinder im Alter von 8 bis 15 Jahren und von 9 Erwachsenen kommen laut den Behörden vier Ursachen in Frage. Die wahrscheinlichste ist eventuell wegen der grossen Hitze ungeniessbar gewordener Kartoffelsalat. «Kurze Zeit nach dem Genuss des Salats wurde es den Leuten schlecht», sagte der Oberamtmann (Regierungsstatthalter) des Sensebezirks, Nicolas Bürgisser.

Untersucht werde aber auch das Trinkwasser und das Wasser des Schiffenensees. Eher nicht in Frage kommt ein Norovirus, weil sonst kaum alle 27 Personen auf einen Schlag erkrankt wären.

Wann der Kartoffelsalat hergestellt wurde, gaben weder er noch die Behörden bekannt. Das sei Gegenstand der eingeleiteten Untersuchung. Es hätten aber im Lager «Kühlmöglichkeiten» bestanden.

 

QUELLE: NZZ Online

 


 

Missverständnis zum Buch "Was liegt unter dem Schiffenensee?" - 21.1.2010


Anfragen zum Buch „Was liegt unter dem Schiffenensee?“ führten offenbar zu Missverständnisse. Der Artikel war am 19. Januar 2010 u.a in der Berner Zeitung publiziert worden. schiffenensee.ch hat mit Herrn Louis Aebischer (Autor) Kontakt aufgenommen. Nach seiner Aussage wird das Buch zur Zeit nicht kommerziell vertrieben, es befindet sich in privater Sammlung.

 

QUELLE: schiffenensee.ch

 


 

Was liegt unter dem Schiffenensee? BZ Bericht - 19.1.2010

Wie sah die 1964 unter dem heutigen Schiffenensee verschwundene Landschaft aus? Der 55-jährige Düdinger Louis Aebischer hat ein hundertseitiges Buch mit zahlreichen Fotos erstellt, die genau das zeigen.

 

Ab September 1963 begann das Wasser nach dem Bau der Staumauer Schiffenen, eine einmalige Landschaft mit grünen Wiesen, Wäldern und Sträuchern zu überfluten. Acht Häuser fielen dem Wasser zum Opfer, darunter der Kurort Bad Bonn. Schon vor rund 30 Jahren fing Louis Aebischer an, alte Fotos, Ansichtskarten und Stiche der Gegend zu sammeln. «Später habe ich auch im Internet alte Fotos ersteigert, deren Besitzer in der ganzen Welt wohnten», hält er fest. Je weiter entfernt, desto preisgünstiger konnte er die Fotos ergattern. «Im Ausland ist man sich meist des Werts dieser Fotos nicht bewusst», fügt er bei.

 


So hat Louis Aebischer ein Buch mit über 200 Fotos zusammengestellt. Dabei hat er sich nicht nur auf Bad Bonn und sein berühmtes Brücklein konzentriert, das man damals nur gegen Entrichtung eines Brückenzolls von 20 Rappen überqueren konnte und das Anfang der Sechzigerjahre einstürzte. «Fotos vom Bad Bonn sind keine Rarität. Ich will vor allem Bilder von andern Weilern und Landschaften zeigen, die heute unter Wasser liegen», fährt er fort. Er besitzt auch Fotos von der Grandfey-Brücke, als sie noch ganz aus Eisen bestand. Ein alter Stich zeigt gar, wie die Brücke zwischen 1858 und 1862 entstanden ist. Ausführlich dokumentiert ist die Verstärkung der Brücke im Jahre 1925 bis 1927 mit Beton.

  


Bad Bonn erlebte vom 17. bis 19.Jahrhundert als Bade- und Kurort eine Blütezeit und brachte Hunderten von Menschen Heilung. 1960 wurde dort der Schweizer Heimatfilm «Anne Bäbi Jowäger» mit Heinrich Gretler und Elsie Attenhofer gedreht. Gezeigt wird auch die Zerstörung am 17. Februar 1964 durch das Militär. Sehr präzise war dieser Einsatz offenbar nicht. So mussten zwei Soldaten, die in einem nahe liegenden Bunker Wache standen, diesen fluchtartig verlassen, weil in unmittelbarer Nähe Geschosse einschlugen.

 

Die Jungen staunen

Im Buch sind auch der Bau der 47 Meter hohen und 417 Meter langen Staumauer sowie deren Einweihung dokumentiert. Teilweise fotografierte Louis Aebischer selber: «Ich habe versucht, die Standorte zu finden, an welchen die alten Fotos gemacht wurden.» Er ist sich bewusst, dass er «nur» ein Amateur ist, was seine Tätigkeit als Schriftsteller und Buchmacher betrifft. Die jüngere Generation gerate ins Staunen, wenn sie diese Fotos sehe, sagt Aebischer. Sie habe ja keine Ahnung, wie die Landschaft vor 1964 ausgesehen hat. «Dieser See würde heute nie mehr entstehen», bekommt Louis Aebischer vor allem von der älteren Generation zu hören.

 

QUELLE: BERNER ZEITUNG/ FREIBURGER NACHRICHTEN

 


 

Gesetztesänderungen für Boote in der Schweiz 
- 12.2009

Schwimmwesten 


Ab 1. Januar 2010 sind nur noch Schwimmwesten zugelassen. Für jede auf dem Boot befindliche Person muss eine Schwimmweste mit Kragen vorhanden sein. Rettungskissen oder andere Rettungsgeräte sind nicht mehr erlaubt.

Abgasdokumente 


Ab 1. Juni 2010 muss für jeden Bootsmotor ein offizielles Abgasdokument mit eingetragener Abgaswartung vorliegen. Diese Regelung gilt auch für ältere Motoren, welche bisher nicht diesen Bestimmungen unterlagen. Alle Motoren unterliegen somit ab Juni 2010 einer einheitlichen Zustands- und Servicekontrolle. Das Abgasdokument muss sich an Bord befinden und zu jederzeit vorweisbar sein.

 


 

Social Netzwerk - 18.5.2009

Schiffenensee ist jetzt als Gruppe auf Facebook verfügbar! Gruppe beitreten: www.facebook.com/group.php 

 


 

Fischereiverbot aufgehoben - 12.4.2009 / 23.4.2009 


schiffenensee.ch hat am 12. April 2009 die Behörden angefragt, ab welchem Zeitpunkt die Fischerei aufgehoben wird.

 

Antwort: 

Im 2009 ist die Fischerei im Schiffenensee wieder offen, es gelten jedoch Empfehlungen für den Verzehr der gefangenen Fische. 
Im 2009 bleiben jedoch die Flussabschnitte der Saane von der La Souche-Brücke (Abtei Altenryf) bis hinunter zum Stauwehr der Mageren Au (Perollessee) sowie die Mündungen der Glane und Aergera für die Fischerei geschlossen. 
Die Beibehaltung, resp. die Verringerung oder gar die Ausweitung dieser "Sperrzone" wird im Rahmen des neuen Fischereireglements für 2010 - 2012 diskutiert.

 

QUELLE: SEKTORCHEF AQUATISCHE FAUNA UND FISCHEREI, GIVISIEZ

 


 

Verschmutzung ist auf die ehemalige Deponie La Pila zurückzuführen - 2.9.2008

Die ergänzende Untersuchung des Wassers und der Sedimente in der Saane belegt, dass die derzeitige Verschmutzung in erster Linie auf die ehemalige Deponie La Pila zurückzuführen ist. 

 

In der Glane hingegen wurden nur sehr geringe cPCB-Werte (dioxinähnliche polychlorierte Biphenyle) gemessen, sodass keine Verschmutzungsquelle ermittelt werden konnte. Die Ergebnisse der neusten Analysen im Schiffenensee bestätigen die PCB-Kontamination der Fische. Im Rahmen der Überwachung der Fischfauna wurden 14 Zander des Schiffenensees untersucht, wovon 2 einen Quecksilbergehalt aufwiesen, der über dem Grenzwert liegt.

 

Seitdem 2007 dioxinähnliche PCB (cPCB) in den Fischen der Saane und Glane nachgewiesen wurden, sind zahlreiche Untersuchungen im Gang, um das Ausmass und die Ursache der Verschmutzung genauer zu bestimmen. Diese Vorabklärungen sind nötig, um die erforderlichen Sanierungsmassnahmen in ihrer Gesamtheit festzulegen. Dies gilt namentlich für die Deponie La Pila. 

 

Ergebnisse der Wasser- und Sedimentuntersuchungen 
Die Wasser- und Sedimentanalysen in der Saane und Glane wurden durchgeführt, um zusätzliche Erkenntnisse über die Ursache und das Ausmass der Verschmutzung zu gewinnen und um abzuklären, ob weitere Schadstoffe in erhöhtem Mass vorliegen.

 

Aus den Analyseergebnissen für die Saane geht hervor, dass die PCB-Konzentration unmittelbar nach der ehemalige Deponie La Pila deutlich höher ist als anderswo (rund 1000-mal im Wasser und etwa 500-mal in den Sedimenten). Damit wird die Deponie als wichtigste aktive Verschmutzungsquelle bestätigt. In Spuren wurden cPCB auch an anderen Messpunkten nachgewiesen – selbst oberhalb der Deponie. Die Arbeitsgruppe des Bundes wird bis Ende Jahr bekanntgeben, welchen Schluss sie für den Umweltschutz aus dem Vorhandensein dieser Spuren zieht. Hierzu wird sie den Befund insbesondere mit den Untersuchungen der anderen Kantone vergleichen. 

 

In der Glane wurden keine erhöhten cPCB-Werte gemessen. Entsprechend konnte auch keine eindeutige cPCB-Quelle ausgemacht werden. Bei allen Messpunkten der Glane wurden cPCB-Konzentrationen gemessen, die geringer sind als die cPCB-Spuren in der Saane. Hingegen wurden im Wasser der Glane Zinkwerte gemessen, mit denen die Anforderungen der Gewässerschutzverordnung des Bundes (GSchV) nicht erfüllt werden. Derzeit werden ergänzende Untersuchungen durchgeführt. 

 

Zwar können die gemessen Zinkwerte aus Sicht der Wasserqualität problematisch sein. Aus Sicht der öffentlichen Gesundheit sind sie jedoch unbedenklich. Auch gibt es keine Höchstwerte für den Zinkgehalt in Fischen.  
Schwermetalle und zweite Probeentnahme aus dem Schiffenensee

Alle Fischproben aus der Saane, der Glane und ihren Zuflüssen, die 2007 und 2008 im Zusammenhang mit der cPCB-Problematik analysiert wurden, wurden auch auf Schwermetalle hin (Blei, Quecksilber und Kadmium) untersucht. Dabei zeigte sich, dass die meisten Fische Blei-, Kadmium- und Quecksilbergehalte aufweisen, die unter dem Grenzwert nach Bundesverordnung über Fremd- und Inhaltsstoffe in Lebensmitteln (FIV) liegen.

Allerdings wurden bei zwei der vierzehn Zanderproben aus dem Schiffenensee Quecksilberwerte gemessen, die mit 0,91 mg/kg bzw. 1,39 mg/kg den Grenzwert von 0,5 mg/kg überschreiten. In diesem Bereich sind ergänzende Untersuchungen nötig. Im Mai 2008 wurden ein zweites Mal Fischproben aus dem Schiffenensee entnommen: Ein Barsch, zwei Zander und ein Karpfen wiesen erneut einen cPCB-Gehalt auf, der über dem in Europa geltenden Höchstgehalt lag. 

 

Ausblick 


Aufgrund der Resultate wurden folgende Massnahmen beschlossen (derzeit im Gang): 
Bestimmung der möglichen Optionen für die Sanierung der ehemaligen Deponie La Pila (bis Ende Jahr) und Ausführung der möglichen Verbesserungen. 
Analyse der eingeleiteten Abwässer, um allfällige aktive cPCB-Quellen in den Einzugsgebieten der Saane und Glane zu ermitteln. 
Detaillierte Analyse der Sedimente und des Wassers des Schiffenensees.

Studien auf Bundesebene, um das Ausmass der PCB-Belastung der Gewässer und Fische in der Schweiz aus toxikologischer und umwelttoxikologischer Sicht zu bestimmen und um Empfehlungen für die Fischerei auszuarbeiten.

 

QUELLE: UMWELTRUF.DE

 


 

Kraftwerk siegt gegen Fischer - 17.4.2008 


Ein Freiburger Untersuchungsrichter hat gestern ein Verfahren wegen Tierquälerei gegen die Elektrizitätsgesellschaft Groupe E eingestellt. Zankapfel war der umstrittene Schwall-Sunk-Betrieb des Kraftwerks Schiffenen.

 

Zwar hätten die seinerzeitigen Freiburgischen Elektrizitätswerke tatsächlich fahrlässig gegen das Tierschutzgesetz verstossen, heisst es in einer Mitteilung des Untersuchungsrichters. Der entstandene Schaden und das Verschulden wögen jedoch zu wenig schwer für eine Verurteilung. Wegen des regulären Schwall-Sunk-Betriebs des an der Grenze zum Kanton Bern liegenden Kraftwerks würden jährlich ohnehin rund 6000 Fische verenden. Durch die erhöhte Turbinierung seien pro Jahr etwa 300 Fische mehr verendet, was lediglich einem Wert von fünf Prozent entspreche.

 

Der Bernisch Kantonale Fischerei-Verband (BKFV) bezeichnete den Entscheid in einer Mitteilung als «inakzeptabel». Leider habe der BKFV keine rechtlichen Möglichkeiten, dagegen vorzugehen. Er werde aber darauf hinwirken, dass die zuständigen Kantons- und Bundesstellen die Groupe E anhalten, Schäden zu reduzieren und zur Verbesserung des Lebensraumes der Fische beizutragen.

Tote Fische 
Der BKFV liegt seit 2004 im Rechtsstreit mit der Groupe E. Die Fischer verklagten damals die Elektrizitätsgesellschaft, weil diese während Jahren zu viel Wasser turbinierte. Dies habe immer wieder zu einem grossen Wasserschwall in der Saane geführt. Sobald das Wasser wieder gesunken war, bildeten sich Tümpel, in denen Fische verendeten. Laut Konzession darf das Kraftwerk nicht mehr als 135 Kubikmeter Wasser pro Sekunde in die Saane abfliessen lassen.

 

Im Februar wurde das Überschreiten der konzessionierten Menge durch ein bernisches Gericht bereits beurteilt (siehe «Bund» vom 21. Februar). ein Produktionsleiter wurde zu einer Busse von 1000 Franken verurteilt. Ausserdem verfügte das Gericht den Einzug von rund 100000 Franken bei der Groupe E.

 

QUELLE: DER BUND

 


 

Fischereiverbot liegt schwer auf dem Magen - 28.2.2008 


Am 2. März 2008 beginnt im Kanton Freiburg die Fischereisaison. Doch nach wie vor sind verschiedene Gewässer mit einem Fischereiverbot belegt. Ein Besuch bei Hobbyfischern am betroffenen Schiffenensee. 
«Im Grunde genommen müssten wir schwarz tragen», sagt Fridolin Zumwald zu seinen fünf Fischerkollegen.

 

Doch eigentlich sind die Hobbyfischer am Schiffenensee nicht zum Scherzen aufgelegt. Seit Ende August 2007 dürfen sie im Schiffenensee nicht mehr fischen. Wegen der PCB-Belastung der Fische hat der Kanton ein generelles Fischereiverbot erlassen, das nach den neuesten Analyseergebnissen weiter bestehen bleibt (wir berichteten). So werden am kommenden Sonntag, wenn im Kanton Freiburg die Fischereisaison eröffnet wird, viele Fischer ihre Angelgeräte zu Hause lassen.

 

Ein harter Schlag 
«Das war ein harter Schlag, von einem Moment auf den anderen nicht mehr fischen zu können», blickt Alfred Zumwald auf den letzten August zurück. Einige Fischer seien zu diesem Zeitpunkt mit ihrem Boot auf dem See gewesen und von der Seepolizei heruntergeholt worden. «Solange es den See gibt, seit 1963, habe ich hier gefischt. Vorher schon in der Saane», erzählt Firmin Aebischer. Gerhard Merz hat den Schiffenensee vor 16 Jahren entdeckt und verbringt seither mehrere Monate auf dem Campingplatz Schiffenen. Er wollte hier seinen Ruhestand geniessen und seinem Hobby frönen. Und jetzt das Verbot, er kann es nicht fassen.

 

Gerhard Merz und seine fünf Kollegen vom Deutschfreiburgischen Fischereiverein verbrachten fast jeden Tag auf dem See, auch wenn nicht immer Fische angebissen hätten. «Im Boot auf dem See, das ist Erholung, Entspannung», beschreibt Fridolin Zumwald. Und Firmin Aebischer fügt an: «Ich werde vermutlich kränker durchs nicht Fischen dürfen als durchs Essen der verseuchten Fische.»

 

In einem sind sich die sechs Hobbyfischer einig: Das vom Kanton Freiburg verhängte Fischereiverbot ist die falsche Lösung und unverhältnismässig. «Die Reaktion der Berner hat gezeigt, dass es auch anders geht», erklärt Peter Schaller. In der Saane unterhalb der Staumauer Schiffenen gibt es nur Einschränkungen beim Fang von Barben und Forellen. 
Nicht begreifen können sie, dass das Baden ungefährlich sein soll. Das Gift lagere sich ja unter anderem im Sediment ab. «Kinder dürfen im Sand am Ufer spielen. Und das soll unbedenklich sein. Da muss ich den Kopf schütteln», sagt Firmin Aebischer. Und der Fleischkonsum sei auch nicht verboten worden, obwohl PCB-Spuren entdeckt worden seien.

 

Viele Fragen offen 
Unzufrieden blicken sie auf eine Informationsveranstaltung im letzten September zurück. Viele Fragen seien offen geblieben, und es sei versprochen worden, diese würden noch beantwortet. Seither hätten sie aber nichts mehr gehört. 
Was die Fischer bedrückt, ist die Ungewissheit, wie lange das Verbot noch bleibt. Einige von ihnen haben ein Boot auf dem Schiffenensee. Würde das Verbot mehrere Jahre dauern, würden sie das Boot auswassern und so mehrere hundert Franken Steuern und Gebühren einsparen.

Kein Patent lösen 
Einige von ihnen werden vorläufig auch kein Patent lösen, obwohl der Preis wegen der gesperrten Gewässer billiger geworden ist. «Diese Preissenkung ist ein Hohn», sind sich die sechs Fischer einig. Auch auf andere Gewässer auszuweichen kommt wegen der Reisedistanz nicht in Frage.

Auf dem Oberamt des Sensebezirks in Tafers, wo die Patente ausgestellt werden, ist ein leichter Rückgang feststellbar. «Ich werde nur das Fangbüchlein abgeben und das Depot von 50 Franken kassieren. Ich muss schliesslich Geld haben, um Fisch zu kaufen», macht Fridolin Zumwald in Galgenhumor.

 

QUELLE: BERNER ZEITUNG

 


 

schiffenensee.ch ist ONLINE - 20.2.2008

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